Maquipucuna Weihnachten 2000


Weihnachten zwischen Schmetterlingen und Orchideen

Sonntagmorgen 8.30Uhr. Wir bahnen uns den Weg durch Quito Richtung Norden. Der Verkehr ist noch nicht so dicht, denn sonntags fällt der allgemeine Berufsverkehr weg. Die Sonnenstrahlen gewinnen langsam an Kraft. Fahrt nach Mquipucuna Der Weg führt von Quito heraus über die Schnellstraße am Mitad del Mundo dem Äquator Denkmahl vorbei, welches wir vor 1 Woche besichtigten.Danach geht der Weg weiter, vorbei an einem Vulkankrater welcher besiedelt und beackert ist. Noch gewinnen wir an Höhe. Ca. 30 km nach Quito erreichen wir Calacali. Von hier aus winden wir uns die nächsten 35 km langsam ins Tal hinab. Der Blick von der Straße ab in die Schlucht lässt einem manchmal den Atem stocken. Zum einen durch die herrliche Umgebung (die Bepflanzung nimmt schon langsam tropische Gestalt an) zum anderen der tiefe Einschnitt ins Tal. Ab Nanegalito verlassen wir die Teersraße um die nächsten 20 km auf einer teils steinigen, schotterigen oder staubigen Piste weiterzufahren.
Die Sonne brennt immer erbarmungsloser auf uns herunter, die Luftfeuchtigkeit nimmt zu. Die ersten Schmetterlinge in den herrlichsten Farben und in uns unvorstellbaren Größen begrüßen uns bereits. Der blaue Morpho oder auch Morpho Peleides, welcher mir bisweilen nur von Bildern bekannt war; flattert des Öfteren um unser Motorrad herum. Fahrt nach Mquipucuna Leider können wir während der Fahrt nicht so sehr auf die Umgebung achten, da es einem schon etwas an Konzentration abverlangt. Aber die kurzen Pausen zwischendurch ermöglichen uns einen schönen Einblick in die Umgebung.
Gegen Mittag erreichen wir unser Ziel. Maquipucuna, ein Naturreservat von ca. 4.500 Hektar Nebelwald eingebettet in 14.000 Hektar Primärwald. Bevor wir unser Mittagessen (welches ausschließlich nach lokaler bzw. nationaler Rezeptur zubereitet wird) zu uns nehmen, wählen wir unser Zimmer aus. Wir entscheiden uns für das Zimmer direkt unter dem mit Bananenpalmenblättern gedeckten Dach. Die Giebelseite ist nur durch ein Moskitonetz verschlossen. Fahrt nach Mquipucuna Dahinter sehen wir mitten in einen Dichtbewachsenen Wald aus Bananen- und Papayabäumen. Nach dem Mittagessen begeben wir uns auf Tour. Ein kleiner Rundweg von ca. 1,5 Stunden Dauer. Leider bekommen wir von der Tierwelt nicht viel mit, denn da es im Moment Regenzeit ist, setzt nachmittags leichter Regen ein. Aber die Pflanzenwelt ist dennoch faszinierend. Nach unserem kleinen Ausflug setzen bzw. legen wir uns gemütlich in die Hängematten, welche auf der Veranda aufgehängt sind. Im Hintergrund ein liebevoll gedeckter Tisch mit einer Krippe, Moos, Tieren, Moosgirlanden, Orchideenpflänzchen und natürlich auch Lametta denn es ist ja heute Weihnachten.
Am nächsten Tag geht es schon um 8 Uhr früh morgens los. Wir haben einen Fußweg von ca. 5 Stunden vor uns. Als erstes passieren wir einen Orchideengarten. Schon allein am fast verrotteten Geländer, welches dicht von Moos bewachsen ist, sitzt die erste Orchideenart. So gedeiht fast kein Unkraut von uns. An allen möglichen Stellen sieht man diese bestimmte Art. Sogar auf anderen Bäumen sind sie zu sehen. Weiter geht der Weg durch sehr hohes Gras, welches sich später als Orchideengrün herausstellt. Fahrt nach Mquipucuna Denn leider blühte diese Sorte noch nicht. Bei näherem Betrachten sah man aber schon die Blütenstängel. Es wurde uns in den nächsten Stunden ein sehr unterschiedliches Bild geboten. Die schönsten Farben und Formen von Blüten und Gewächsen, ein blühender Gummibaum, die bizarren Blüten von den ………Palmen. Der Marsch ist sehr anstrengend, denn die Sonne lässt das Wasser vom Regen des Vortages verdunsten. Aber die schöne Flora und Fauna lässt uns vieles versöhnen. Der Nachmittag wird wieder mit schaukeln in der Hängematte verbracht. Morgen wollen wir ja schon wieder weiter. Fahrt nach Mquipucuna Auf dem Rückweg schlagen wir eine andere Route ein. Nur die Strecke bis nach Nanegalito ist die Gleiche. Von hier geht eine alte Straße über Nano zurück nach Quito. Fahrzeit ca. 4-5 Stunden, da die Straße nur geschottert oder mit Steinen aufgefüllt ist. Des Öfteren fahren wir durch Kuh oder Ziegenherden. Die Hausschweine der einzelnen Fincas wälzen sich träge herum. Überall werden wir von Hunden begrüßt, welche eine ganze Zeit neben dem Motorrad her rennen. Ab und zu winken uns Kinder und ältere Leute zu. Kurz vor Nano fängt es leicht an zu regnen. Der Nebel hält sich auch am Berg fest. Nur noch schemenhaft sind die schönen Gewächse am Straßenrand zu erkennen. Von der Landschaft ist nur stellenweise etwas zu erkennen. Aber der kleine Einblick der uns gewährt wird, soll uns Anlass geben diese Strecke nochmals bei besserem Wetter zu befahren. An dieses Weihnachten werden wir uns bestimmt noch länger erinnern. Fahrt nach Mquipucuna


Streckenbeschreibung:

Quito - Calacali      19 km Asphaltstraße ca. 45 Minuten Fahrtzeit
 links an Calacali vorbei
Calacali - Nanegalito        36 km Asphaltstraße ca. 1 Stunde Fahrtzeit
 in Nanegalito rechts halten, Richtung Nanegal. Nicht Richtung Gualea oder Pacto. Bis Schild rechts an Mauer "Maquipucuna".
Nanegalito - Sta Marianita      15 km Schotterweg
 in der Ortschaft links halten
Sta Marianita - Maquipucuna      4 km Schotterweg, ab Nanegalito 1,5 Stunden Fahrtzeit


Die Asphaltstraßen entsprechen nicht dem Standart der Deutschen Straßen. Teilweise sind Quadratmeter große Löcher bis zu einer Tiefe von 15 cm vorhanden. Die Strecke Nanegalito bis zum Maquipucuna Reservat ist nur ein unebener Weg. Es kann max. 20 bis 30km/h gefahren werden.
Eingang zum Gästehaus Umachaca rechts über eine überdachte Holzbrücke. Danach noch ca. 40 Meter bis zur Unterkunft. Das Parken des Motorrads ist Sicher. Im Reservat kann man zu Fuß Touren auf gut angelegten und Beschilderten Wegen unternehmen. Touren sind mit und ohne Führer möglich.
Man sollte 2 Übernachtungen einplanen. Sehr empfehlenswert ist die Mitnahme von Taschenlampe und Regenanzug. Gummistiefel und Poncho kann man ausleihen.


Maquipucuna - Nanegalito      19 km
 in der Ortschaft links halten
Nanegalito - Nono     39 km fast nur Schotterweg
ca. 6 km nach Nanegalito die Asphaltstraße verlassen. Hauptstraße nach Calacali macht vor Brücke Linkskurve. In der Kurve geradeaus fahren (Bushaltestelle befindet sich in der Kurve, Abzweig vor Bushaltestelle). Nach ca. 5 km kleine Ortschaft, bei sehr schlecht lesbarem Wegweiser links abbiegen.
Noch ca. 28 km bis Nano. Meistens nur eine befahrbare Straße möglich. Außer bei einer Kreuzung. Richtiger Weg links über Brücke und leicht bergauf. Rechter Weg endet vor einem Tor und die Straße geradeaus führt zu einer Fischzucht.
Kurz vor Nono beginnt eine Kopfsteinpflasterstraße, die fast bis nach Quito gepflastert ist. Man muss nicht in den Ortskern fahren. Bei Ortseinfahrt geht es links in den Ort, rechts durch eine Schranke und gleich wieder links Richtung Quito.
Nono - Quito      26 km


20.01.2002