Papallacta Jahreswechsel 2000/2001


Mit Dampf und Baila ins Neue Jahr

Bevor wir unsere Küsten Tour starteten, wollten wir uns noch ein paar Tage Ruhe und Gemütlichkeit gönnen. Was gibt es da Besseres als einen Aufenthalt in Papallacta. Da wir das Hotel La Posada de las Termas de Papallacta schon von unserem letzten Ecuador Urlaub kannten, wussten wir, dass uns dieser Ausflug einen schönen Ausklang des Alten Jahres und einen schönen Anfang für das Neue Jahr bescheren wird.
Freitagmorgen der 29. Dezember, wir sind wieder relativ früh dran. Denn man weis ja nie wie die Straßenverhältnisse sind, durch einen Erdrutsch kann die kürzeste Strecke versperrt sein und man muss einen Umweg in Kauf nehmen. Was uns schon einpaar mal mehrere Stunden bis zu einem Tag gekostet hat. Aber damit muss man in Südamerika immer rechnen.
Bei schon sehr schönem Wetter machen wir uns also auf dem Weg. Solange wir noch in der Stadt fahren ist es ganz schön warm in unserer Motorradkluft. Aber da wir wissen, dass wir über den Papallacta-Pass mit einer Höhe von 4064 m müssen, zogen wir schon unser Futter in unseren Anzügen an. Wir fuhren die Avenida Eloy Alfaro in südlicher Richtung bis zur Interoceanica welches die Straße nach Tumbaco ist. Aber wir kommen nicht sehr weit. Denn, wie kann es auch anders sein, die Straße ist mit leeren Fässern verstellt, ein passieren unmöglich. Also suchten wir nach einem anderen Weg. Wir fuhren wieder zurück auf die Eloy Alfaro, aber jetzt in nördlicher Richtung, vorbei von unserem Ausgangspunkt bis zur Avenida Nueva via Oriental. Auf welcher wir dann auch nach Tumbaco kamen.
Fahrt nach Papallacta Nachdem wir Quito hinter uns gelassen hatten geht die Fahrt durch eine schöne Landschaft weiter. Die Sonne lässt sich zwar nicht blicken, aber es ist sehr angenehm zum Fahren. Die Berghänge rechts und links von uns sehen aus wie riesige Fleckerlteppiche. Denn die verschieden bewirtschafteten Felder an den Hängen zeigen sich in den unterschiedlichsten braun und grün Tönen. Ein drittel des Weges legten wir schon zurück, wir überschreiten die 3000m Grenze. Jetzt fängt es auch noch etwas zu nieseln an. Aber es sind ja nur noch 30 bis 35 km. Über dem Pass müssen wir selbst mit dem Motorrad manchmal hinter den schwer beladenen, stinkenden und Dreck aufschleudernten Lkws herfahren. Denn je langsamer die Lkws hinauf fahren, desto schneller fahren sie hinunter. Durch die sehr kurvigen und unübersichtlichen Strecken wäre manchmal das Risiko zu groß, es mit einem entgegenkommenden LKW aufzunehmen.
Fahrt nach Mquipucuna Endlich sind wir angekommen. Wir beziehen unsere Cabana und machen uns erst einmal für ein schönes warmes Bad fertig. Die Cabanas sind im Halbkreis um die Badebecken angeordnet. 2-3 m von der Zimmertür bis ins herrlich warme Wasser. Der Dampf des Wassers nimmt uns manchmal die Sicht. Wir bleiben so lange in den Becken, welche unterschiedliche Temperaturen haben, bis unsere Finger und Zehen schon richtig "schrumpelig" sind. Jetzt schön Warm angezogen und vor unser Häuschen gesetzt, in Ruhe eine Rauchen und ein Gläschen Rum mit Cola dazu. So kann der Tag jetzt langsam sein Ende nehmen. Die nächsten Tage verbringen wir mit den gleichen Ritualen. Essen, schlafen, baden, im Liegestuhl liegen, ab und zu etwas herumlaufen (aber bitte nicht zu viel) denn wir sind ja hier um die müden Knochen etwas zu verwöhnen. Fahrt nach Mquipucuna Am Sylvestertag wird es auf Abend zu etwas turbulenter. Denn auch in Ecuador wird eine Sylvesterparty veranstaltet. Ab 24 Uhr werden lebensgroße Puppen, die in mühevoller Arbeit hergerichtet wurden und eine bestimmte Person darstellen, verbrannt. Dazu werden all die Dinge erzählt die im letzten Jahr so Vorgekommen sind. Na ja das ende vom Lied, die Person wird aufs Korn genommen, aber um zu zeigen dass dies alles der Vergangenheit angehört, wird die Puppe verbrannt. Dazu natürlich ne mächtige Knallerei. Getanzt wird bis in den Morgenstunden. Das Hüftschwingen des Bailas bereitet uns einpaar Schwierigkeiten, die wir aber auch zu bewältigen wissen.
Wir bleiben noch bis Dienstag den 2. Januar. Denn am 4. wollten wir unsere Küstentour beginnen.


Streckenbeschreibung:

Quito - Tumbaco      11 km gute Teerstraße
 In Quito Avenida Eloy Alfaro bis großen Kreisel, im Kreisel rechts auf die Nueva via Oriental Richtung Tumbaco
Tumbaco - Pifo      8 km gute Teerstraße
Pifo - Papallacta      35 km Teerstraße, die letzten 3 km Schotter


Vor der Ortschaft Papallacta geht es links ab zu den Termas de Papallacta. Man kann auch die öffentlichen Thermalquellen besuchen, was natürlich längst nicht so entspannend ist. Man sollte auch nicht versäumen eine Forelle zu essen. Sie werden in dem nahen Bergbach gefangen und köstlich zubereitet.




21.01.2002