Lage und Ausdehnung des Landes

Peru, der Name entstammt der Quechuasprache und bedeutet "Üppigkeit", ist mit 1.285.216 qkm das drittgrößte Land Südamerikas und das größte Andenland. Es war die Wiege der am weitesten entwickelten indigenen Zivilisationen und Sitz des stärksten Imperiums im prekolumbischen Südamerika. Sechin In Cusco, der alten Hauptstadt von Peru, inmitten der Zentralanden, befand sich die Keimzelle des größten und imponierendsten Staatswesen in Südamerika vor dem Beginn der europäischen Kolonisation. Etwa um das Jahr 1200 entstand ein Staat, der sich in 300 Jahren bis zum Südwesten Kolumbiens und bis nach Zentralchile ausdehnte - das Inka Reich.
Peru bildete ebenfalls das Zentrum der spanischen Kolonialherrschaft während fast drei Jahrhunderte. Aus diesen Gründen besitzt das Land ein vielfältiges Erbe, was die Menschen und Kultur angeht.
Arequipa Peru liegt, durch die nähe des Äquator, im Bereich der inneren Tropen. Die Tageslänge von ca. 12 Stunden ist das ganze Jahr hindurch annähernd gleich. Klimatische Kennzeichen sind sehr geringe jahreszeitliche Temperaturunterschiede gegenüber den großen Unterschieden zwischen Tag- und Nachttemperatur, besonders im Hochland. Anders als in den europäischen Breitengraden werden die Jahreszeiten in Peru durch Regen- und Trockenperioden bestimmt. Die Trockenzeit, und damit auch die beste Reisezeit, beginnt im Mai und endet im November. Peru hat 2.414 km Küste am pazifischen Ozean und grenzt an Kolumbien und Ecuador im Norden, an Brasilien und Bolivien im Westen und Chile im Süden. Seine Landschaft wird von den Bergmassiven der Anden geprägt.
Kein Land weist ein vielfältigeres und abwechslungsreicheres Landschaftsbild auf. Feuchtheiße Dschungelwälder, trockene Wüsten und schneebedecktes Hochgebirge. Fast die Hälfte der Bevölkerung ist indianischen Ursprungs, bewohnt hauptsächlich das Hochland und in Folge der anhaltenden Migration seit den 70er Jahren jedoch auch die großen Städte des Landes. Sie unterteilt sich überwiegend in die Sprachgruppen der Quechua und der Aymara. Staatssprache ist Spanisch, Quechua wurde 1975 zur zweiten offiziellen Landessprache erklärt.




Landesteile und Klima

Das Land verfügt über drei unterschiedliche Landschaftsräume. Den, infolge des Einflusses des kalten Humboldtstroms, trockenen Küstenstreifen die "Costa", das Hochgebirgsland die "Sierra" und das tropenfeuchte Amazonastiefland die "Selva".
Sie unterscheiden sich deutlich im Klima und ihrer Tier- und Pflanzenwelt.
Beste Reisemonate für den Besuch des Küstengebietes sind die Monate Dezember bis April. Das Hochland besucht man am besten von Mai bis November. Die Amazonasebene von Mai bis September.


Costa
ein schmaler, im Norden ca. 150 km breiter, sich nach Süden auf ca. 50 km verschmälernder Küstenstreifen welcher sich auf einer Länge von 2.414 km an der gesamten Pazifikküste von Ecuador im Nordwesten bis hin zur chilenischen Grenze im Süden, zwischen dem pazifischen Ozean und dem Fuße der Anden erstreckt.
Panamerikana im Norden Im mittleren Küstenabschnitt tritt die Vorgebirgszone fast unmittelbar ans Meer heran, der südliche Abschnitt wird von bis zu 1.700 m hohen Bergketten bestimmt, die eine von gewaltiger Brandung gekennzeichnete steile Felsenküste bilden. Hinter diesen Küstenbergen und Hügeln breitet sich eine extrem trockene Binnenwüste aus, die allmählich zu den Andenketten ansteigt. Der Küstenstreifen gehört zu den trockensten Regionen der Erde und ist bis auf wenige Ausnahmen Wüste. Die trockenste Wüste der Erde, die Atacama/Wüste, liegt im Süden Perus, an der Grenze zu Chile. Die gemäßigten Temperaturen und das Klima stehen unter starken Einfluss des Humboldtstromes, diese Meeresströmung führt kalte Wassermassen vom Südpol nach Norden, entlang der peruanischen Küste. Sie verhindert die Wolkenbildung und somit nachfolgenden Regen. Das Meer wird so stark abgekühlt, dass die warme Pazifikluft zu Nebel kondensiert. Die so genannten "Garúas" hüllen fast das ganze Jahr die gesamte Küste ein. Diese Nebelnässe bildet den einzigen Niederschlag, der jedoch ausreicht, um von Juni bis September die Hügel mit einem dichten Teppich aus Gräsern zu überziehen. Panamerikana im Süden In den Sommermonate (Dezember bis April) liegt die Durchschnittstemperatur bei 25ĚC mit viel Sonne und hoher Luftfeuchtigkeit, im Winter (Juni bis November) bewegen sich die Tiefsttemperaturen zwischen 11 und 15ĚC. Aufgrund der geringen Niederschläge ist die Küstenebene nur spärlich bewachsen. Landwirtschaft ist in der gesamten Region nur in den fruchtbaren Flussoasen, die sich in den Einschnitten der von den Anden herabfliesenden Flüsse bilden möglich. Mit künstlicher Bewässerung und Wassertunneln von den Anden herab wird jedoch immer mehr Ackerland gewonnen. Hier gedeihen Baumwolle, Obst, Zuckerrohr und Reis. Ein Großteil der peruanischen Bevölkerung lebt in diesem Landesteil. Die Küstenwüste wird von Ecuador bis Chile von der Carratera Panamericana durchzogen.


Sierra
das Bergland der Anden, welches sich östlich der Küstenwüste erhebt und sich als längste Gebirgskette (Kordilleren) der Welt von Venezuela bis Patagonien hinzieht. In Peru vom Norden der Grenze zu Ecuador langsam breiter werdend Südostwärts bis zur bolivianischen Grenze.
Anden Es lassen sich drei Hauptketten unterscheiden, die Cordillera Occidental im Westen, die Cordillera Oriental im Osten und die dazwischen liegende, sich bis zu 5.500 m erhebende Cordillera Central. Der Ostabhang der Anden unterscheidet sich stark von der Westflanke. Feuchtigkeit aus dem Amazonasbecken fördert hier das Wachstum der Berg- und Nebelwälder an den Hängen. Weiter unten schließen sich die nahezu undurchdringlichen Regenwälder des Amazonasbeckens an.
Zwischen den zwei Hauptketten erstreckt sich, auf einer Höhe von etwa 3.500 m, ein weites Hochplateau, das Altiplano, in dessen Mitte, an der Grenze zu Bolivien, der Titicacasee liegt. Hier lebt der Großteil der Hochlandbevölkerung Perus. Im Süden befinden sich einige nicht erloschene Vulkane. Besonders beeindrucken sind die Berge im Zentrum Perus mit ihren höchsten Gipfeln.
Die Kordilleren erhalten im Sommer von Dezember bis März reichlich Niederschläge und Straßen werden durch Erdrutsche oft unpassierbar. Das Hochland lässt sich in fünf Höhenstufen untergliedern: Tierra caliente (heißes Land), Meereshöhe bis 1000m, nennt man die ständig heiße Tieflandregion. Hier werden Kakao und Tabak angebaut. Tierra templata (gemäßigtes Land), 800m bis 2000m, ist die gemäßigt temperierte Höhenstufe und mit ihrer tropischen Vegetation auch Anbaugebiet für viele Früchte wie Bananen, Kaffee und Zuckerrohr. Tierra fria (kaltes Land), 2000m bis 3500m, die kalte Höhenstufe mit rasch abnehmenden Temperaturen in der Höhe. Anden Tagsüber gibt es bei Wolkenlosem Himmel oft Frühlingshafte Temperaturen, in den Nachtstunden gehen diese jedoch merklich zurück und erreichen auch mal den Gefrierpunkt. Die mittlere Jahrestemperatur liegt bei 16 Grad Celsius. Es ist das Siedlungsgebiet der Hochlandindios und deren traditionelle Anbauregion. Durch weiträumige Terrassierung und künstliche Bewässerung wurden die steilen Hänge der interandinen Hochtäler nutzbar gemacht. Es werden Mais, Kartoffeln, Bohnen und Getreidearten angebaut. Tierra helada (eisiges Land), 3500m bis 5000m, mit Frost- und Schneestufen, es herrschen extreme Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht. Ackerbau ist nicht mehr möglich. Auf den Höhengrasfluren, können nur noch Schafe und Lamas weiden, die Temperaturen sinken nachts unter den Gefrierpunkt. Darüber erheben sich die Tierra nevada (Schneeland), über 5000m, mit ewigem Eis, es ist die Region der schnee- und eisbedeckten Gipfel bis in Höhen von 7000 m.
In den Tälern des Andenhochlands gibt es, dort wo Wasser vorhanden ist, Obstgärten mit Orangen, Avocados, Papayas und Bananen.


Selva
nennt man die dichtbewaldete Ostabdachung der Anden und das riesige feuchtheiße Amazonasbecken mit seiner großen Artenvielfalt an Flora und Fauna. Dieses wilde, hügelige Gebiet an der Grenze zu Kolumbien und Brasilien nimmt mehr als die Hälfte Perus ein und ist noch weitestgehend unerschlossen und nahezu unbewohnt.Straße in den Amazonas Es gibt kaum Straßen, Verkehrswege sind die Flüsse.
Die beiden bedeutendsten Flüsse sind der Mana˝ón und der Ucayali, die sich oberhalb von Iquitos zum Amazonas vereinigen, der hier bereits fast zwei Kilometer breit ist.
Der Regenwald steigt von den Flussniederungen bis auf 1.200 m an und geht in den tropischen Bergurwald über. Zwischen 2.000 m und 2.500 m wechselt er in den Nebelwald. In den tieferen Lagen, bis etwa 500m, des Amazonasbeckens herrscht ständige Hitze und drückende Schwüle, die durchschnittliche Jahrestemperatur liegt bei 26 Grad Celsius. Der mittlere Jahresniederschlag beträgt in einigen Gebieten 3.800 Millimeter. Die Hauptregenzeit mit tropischen Regengüssen dauert von November bis April.




Peru als Motorrad Reiseland

Peru ist ein ideales Endurogebiet, viele Kurven, Auf - und Abfahrten in traumhaft schöner Umgebung. Die Strassen sind sehr unterschiedlich, guter Asphalt und oft anspruchsvolle Erdpisten in den Anden und dem Amazonasgebiet.
Der Unterschied zwischen den abwechslungsreichen Strecken durch die Anden, dünne Luft, Pässe in Höhen von bis zu 5.000 m und das Durchqueren von Bächen, das hier schon vorkommen kann, ist im Gegensatz zu der oft eintönigen und monotonen asphaltierten Panamericana durch die Küstenwüste schon beeindruckend.
Da die klimatischen Unterschiede sehr groß sind bedeutet dies, dass eine gute funktionelle und sichere Bekleidung notwendig ist. Sie muss einerseits gegen Kälte und Regen schützen darf andererseits aber auch in den warmen Regionen des Landes keinen Hitzestau verursachen und muss einen guten Schutz bei einem Sturz bieten. Eine Textilkombi ohne Innenfutter kombiniert mit einer zweiteiligen Regenkombi, warmer Unterwäsche und mehreren dünnen Pullovern und T-Shirts sind von Vorteil, denn wenn man die Anden hinauf oder hinab fährt ist die Bekleidung besser durch An- Ausziehen den sich ändernden Temperaturen anzupassen. Wichtig ist Stürze zu vermeiden und die Fahrweise immer dem Wetter, den Straßenverhältnissen und dem eigenen Fahrkönnen anzupassen. Es ist immer mit Fahrzeugen auf der falschen Straßenseite und Tieren zu rechnen. Lamas, Esel, Pferde oder Hunde machen schon mal einen Spaziergang auf der Strasse. Das heißt immer Vorausschauen, einen Breitwinkelblick und Bremsbereitschaft vor unübersichtlichen Kurven.