Lage und Ausdehnung des Landes

Venezuela zeichnet sich durch eine große landschaftliche Vielfalt aus. Von schneebedeckten Berggipfeln der Anden, großflächigen Steppen der Zentralebene bis hin zu Palmengesäumten Karibikstränden und teilweise noch unberührtem tropischem Regenwald hat das Land vieles zu bieten. Durch diese unterschiedlichen Lebensräume konnte sich eine überaus Artenreiche Flora ausbilden die jeden Naturinteressierten ins Schwärmen geraten lässt. Es ist mit einer Gesamtfläche von 912.050 qkm das sechstgrößte Land Südamerikas und ca. 2,5 mal so groß wie die Bundesrepublik Deutschland. Seine Landesfläche bedeckt den nordöstlichsten Teil Südamerikas, sein südlichster Punkt liegt knapp oberhalb des Äquators. Es verfügt über den größten Anteil karibischer Küstenlinie die die Nordgrenze des Landes bildet. Im Osten grenzt es an Guyana und den Atlantischen Ozean, im Süden an Brasilien und im Westen an Kolumbien. Aufgrund der geographischen Lage ist Venezuela geprägt durch tropisches und subtropisches Klima mit ganzjährig relativ gleich bleibenden Temperaturen die allerdings höhenabhängig sehr unterschiedlich sind. Aufgrund der Tatsache dass ca. 90% des Landes tiefer als 1000 m liegen gibt es eine durchschnittliche Tagestemperatur von ca. 24C. Um einiges kühler sind die Bergregionen des Küstenbereichs und insbesondere die Anden in denen die Temperaturen weit unter den Gefrierpunkt fallen können. Die Jahreszeiten werden durch die Menge der Niederschläge charakterisiert, die Regenzeit, sie wird als Winter bezeichnet, beginnt im Mai und endet im Oktober, die Regenschauer fallen meistens gegen Mittag oder am Nachmittag und halten sehr selten länger als eine Stunde an und die als Sommer bezeichnete Trockenzeit im Rest des Jahres. Jedoch gibt es viele regionale Abweichungen von diesem groben Schema, so fällt in den Bergregionen mehr Niederschlag als an der Küste und in der Amazonasregion verteilen sich die Niederschläge gleichmäßig über das gesamte Jahr, hier ist es immer feucht.

Bevölkerung

Ein Großteil der Bevölkerung ist gemischter europäischer, indianischer oder afrikanischer Abstammung. Die Indianer Venezuelas gehören nicht einem bestimmten Stamm an, sondern setzen sich aus verschiedenen Ethnien zusammen und sind über das ganze Land verteilt.

Venezuela als Reiseland

Nur in großen Touristenzentren wird etwas Englisch gesprochen. Bei Reisen auf eigene Faust sollten auf alle Fälle Grundkenntnisse in Spanisch vorhanden sein.




Landesteile und Klima

Venezuela wartet mit einer reichen Landschaftsvielfalt auf und kann in 6 geographische Großräume gegliedert werden die sich nach Ausdehnung und bestimmendem Landschaftscharakter mehr oder weniger deutlich voneinander unterscheiden.

Im Nordwesten des Landes befinden sich die venezolanischen Anden die einen Ausläufer der Ostkordillere sind und sich noch in Kolumbien in zwei Ketten Spalten. Die etwa 400 km lange und 100 Km breite östliche Cordillera de Merida die von Südwesten nach Nordosten verläuft und in dem von ewigem Eis gekrönten Pico Bolivar mit einer Höhe von 5007 m gipfelt und die wesentlich schmälere von Süden nach Norden verlaufende westliche Serrania de los Motilones die ihren höchsten punkt im Pico de Maratara mit 3730 m Höhe erreicht.

Das sumpfige Feuchtgebiet im Nordwesten welches den Maracaibo-See, der mit einer Länge von 160 km und einer Breite von 120 km der zweitgrößte See Südamerikas ist, hufeisenförmig umgibt. Der See steht durch einen 40 Km langen und minimal 8 Km breiten Kanal mit dem Golf von Venezuela und dadurch mit dem offenen Meer in Verbindung. Diese Region ist geprägt von den unter dem See gelegenen riesigen Erdöllagerstätten und deren Industriellen Ausbeutung.

Die Llanos de Orinoco im Zentrum des Landes erstrecken sich von der kolubianischen Grenze im Westen bis zum Flussdelta im Osten und nehmen etwa 25% der Fläche des Landes ein. Der Orinoco ist mit 2150 km der längste Fluß des Landes und verästelt sich im Mündungsgebiet in etwa 50 kleine Wasserstraßen die eine Fläche von 25000 qkm entlang eines 400 km langen Küstenstreifens bedecken.

Fast 45% der Landesfläche bedeckt das erdgeschichtlich sehr alte Granitmassiv, das Hochland von Guayana, das im Mittel 1000 m über dem Meeresspiegel liegt. Es ragen mehr als 100 Tafelberge, Tepuyes, aus der Hochebene hervor. Die Tepuyes mit ihren Plattformen und den steilabfallenden Wänden wurden im Laufe von Jahrmillionen aus dem aufgelagerten Sandstein modelliert. Das von den Hochflächen der Tepuyes abfließende Regenwasser fällt in Zahlreichen teilweise mehreren hundert Meter hohen Wasserfällen herab von denen der vom 2000 m hohen Auyan-Tepuy, nach seinem Endecker dem Amerikanischen Buschpiloten Jimmy Angel benannte, Salto Angel mit einer freien Fallhöhe von 936,60 m der bekannteste ist.

Die sich vom westen von Los Monjes bis zur Isla de Patos im Osten ersteckende ca. 1200 km lange Kette der venezolanischen Karibikinseln von denen der vor dem Staat Sucre gelegene Isla Magarita die größte Bedeutung zukommt. Die meisten kleinen Inseln sind unbewohnt oder dienen als Militärstützpunkt.

Das als Ausläufer der Anden betrachtete und von zwei Senken unterbrochene Bergland entlang der karibischen Küste. Die drei Teilabschnitte besitzen unterschiedliche Landschaftsbilder. Das mit einer maximalen Höhe von 1800 m im Westen gelegene Bergland von Falcon und Lara ist dünnbesiedelt. Die vorgelagerte Küste ist flach und sandig. Am Übergang zur Halbinsel Paraguane nahe der Stadt Coro befindet sich das einzige Wüstengebiet des Landes die Medanos de Coro. Der nächste Teilabschnitt gliedert sich in zwei Bergketten die Küstennah verlaufende Cordillera de la Costa und die fast parallel verlaufende weiter Landeinwärts gelegene Sierrania del Interior. In der Ebene zwischen den Massiven liegen die Industriellen Ballungsräume von Valencia, Maracay und Caracas, hier lebt fast die Hälfte der Bevölkerung. Die Karibikküste in diesem zentralen Abschnitt ist schmal und oft felsig. Der dritte am östlichsten gelegene Abschnitt des Küstennahen Berglandes wird von der Serrania Turimiquire gebildet und setzt sich in der Halbinsel Araya und Paria fort. Das Gebiet ist nur an der buchten- und inselreichen Küste stark besiedelt.




Venezuela als Motorrad Reiseland